Christian Zeise

Hi, ich bin Christian.

Kurz zu mir

Ich wurde 1984 in Ost-Berlin geboren und bin im Prenzlauer Berg aufgewachsen. Mein beruflicher Weg begann handwerklich als ausgebildeter Maler und Lackierer. Schon früh spielte dabei die Auseinandersetzung mit Farbe, Gestaltung und Materialien eine wichtige Rolle. Parallel zur Ausbildung öffnete sich für mich Schritt für Schritt die digitale Welt: Webentwicklung, Bildbearbeitung und schließlich auch die Fotografie wurden zu festen Begleitern.

Über mehrere Jahre hinweg arbeitete ich in der Presse- und Eventfotografie und sammelte vielfältige Eindrücke an der Schnittstelle von Öffentlichkeit, Kultur und Technik. Mit der Zeit verlagerte sich mein Fokus zunehmend auf digitale Strukturen und nachhaltige Arbeitsweisen. Die Freude an klaren Systemen und funktionierenden Prozessen führte mich weiter in Richtung technischer Aufgaben.

Seit rund vier Jahren arbeite ich in der Systemadministration. Dort verbinde ich technisches Verständnis mit einem Blick für Stabilität, Weiterentwicklung und den Alltag der Menschen, die mit diesen Systemen arbeiten. Ergänzend engagiere ich mich seit einigen Jahren ehrenamtlich im Mitarbeitendennetzwerk für LGBTIQ*. Im Kommunikationsteam begleite ich aktuell die Weiterentwicklung hin zu agilen Arbeitsweisen und einer offenen, vernetzten Zusammenarbeit.


Bornholmer Straße (1984–1993)

Meine frühen Jahre verbrachte ich im Nordischen Viertel des Prenzlauer Bergs, in unmittelbarer Nähe der Bornholmer Straße. Der Alltag war ruhig, überschaubar und gut behütet. Kindergarten, Spielplätze und kurze Wege prägten diese Zeit. Es ging zu Fuß oder mit der Straßenbahn zur Wendeschleife an der Björnsonstraße, zum Arnimplatz oder einfach hinaus auf die vertrauten Straßen des Viertels.

Der Umbruch nach dem 9. November 1989 zeigte sich für mich nicht als politisches Ereignis, sondern als sichtbare Veränderung im Stadtraum. Eine weiß gekalkte Mauer, die zuvor den Weg zur Norwegerstraße versperrt hatte, war plötzlich verschwunden. Wege, die vorher Sackgassen gewesen waren, öffneten sich. Rückblickend ist diese Straßeneinmündung für mich eine sehr konkrete, beinahe beiläufige Erfahrung von Freiheit gewesen.

Mit Beginn der Schulzeit führte mein Weg zur neu formierten 20. Grundschule in der Schönfließer Straße. Der Nachmittag gehörte dem Hort, Spielen, Lernen und ersten festen Routinen. Orte wie die Bösebrücke oder die Humboldthöhe traten erst später in mein Bewusstsein, wurden aber Teil eines wachsenden Verständnisses für die Umgebung. An den Wochenenden ging es häufig hinaus aus der Stadt, nach Potsdam, Bornstedt oder in den elterlichen Garten in Französisch-Buchholz. Diese Wechsel zwischen Stadt und Randlagen prägten früh meinen Blick auf Räume und Übergänge.

Hufelandstraße (1993–2001)

Mit dem Umzug ins Bötzowviertel begann eine neue Phase. Das Wohnhaus aus der Gründerzeit, mit seinen hohen Räumen, Dielenböden, Kachelöfen und dem Kohlenkeller, war geprägt von Improvisation und Alltagsroutinen. Das Heizen, das Tragen der Briketts, der Staub im Keller – all das gehörte ebenso dazu wie die besondere Atmosphäre dieser Gebäude. Die Architektur, die Höfe, die Geräusche und Gerüche der Häuser prägten das tägliche Erleben.

In dieser Zeit öffnete sich mein Alltag zunehmend nach außen. Die Kinderbibliothek wurde ein fester Anlaufpunkt, Hörspiele und Bücher begleiteten viele Nachmittage. Mit dem Wechsel auf die kunstorientierte Oberschule rückten Kunst und Literatur stärker in den Vordergrund. Museen, Theater und kulturelle Orte wurden Teil des schulischen und privaten Alltags. Der Stadtraum Berlins diente dabei als Erweiterung des Klassenzimmers.

Auch die alltäglichen Wege durch den Kiez, etwa beim Austragen des Abendblatts, eröffneten neue Perspektiven. Unterschiedliche Hausflure, Dachböden, Treppenhäuser und Hinterhöfe vermittelten ein feines Gespür für Vielfalt und Struktur. Der Volkspark Friedrichshain wurde zum zentralen Freiraum: Sport, Kunstunterricht im Freien, Streifzüge über den Bunkerberg oder ruhige Nachmittage auf den Liegewiesen gehörten selbstverständlich dazu. Der Bewegungsradius weitete sich, ebenso das Gefühl, sich die Stadt Schritt für Schritt anzueignen.

Magdalenenstraße (2001–2005)

Nach dem Schulabschluss führte mich mein Weg nach Lichtenberg. Diese Phase war von Orientierungssuche geprägt. Die Entscheidung für eine Ausbildung zum Maler und Lackierer entstand weniger aus einer klaren Zielvorstellung als aus dem Wunsch, praktisch zu arbeiten und gestalterische Fähigkeiten zu nutzen. Die Ausbildung vermittelte ein solides Verständnis für Materialien, Oberflächen und handwerkliche Abläufe.

Parallel dazu begann ich, mich intensiver mit Fotografie, digitaler Bildbearbeitung und Webentwicklung auseinanderzusetzen. Erste eigene Projekte entstanden, eine eigene Domain wurde registriert, Inhalte veröffentlicht und weiterentwickelt. Die Verbindung von Gestaltung und Technik wuchs organisch, getragen von Neugier und Eigeninitiative.

Mit zunehmender Sicherheit in diesen Bereichen öffnete sich der Weg in die Event- und später Pressefotografie. Nach Abschluss der Ausbildung wechselte ich in die professionelle Fotoberichterstattung und schloss mich einem britischen News Network an, das zu dieser Zeit ein Büro in Berlin eröffnete. Diese Jahre waren geprägt von Lernen, Beobachten und dem Entwickeln eines eigenen Blicks auf visuelle Berichterstattung.

Konstanzer Straße (2005–heute)

Der Einstieg in den Berufsalltag der Fotoberichterstattung führte mich wenig später nach Wilmersdorf, in die ersten eigenen vier Wände. Die Lage, die gute Anbindung und die vergleichsweise ruhige Umgebung boten einen stabilen Rahmen. Der Stadtteil selbst ist weniger von Dynamik als von Beständigkeit geprägt: Wochenmärkte, Grünflächen, der Preußenpark und der Alltag zwischen Verwaltungsbauten bestimmen das Bild.

Beruflich verlagerte sich mein Schwerpunkt im Laufe der Jahre zunehmend weg von der Fotografie hin zu digitalen Projekten. Eigene Onlinepublikationen, die Betreuung von Websites und die Arbeit an technischen Strukturen rückten in den Vordergrund. Die Webentwicklung bot mir die Möglichkeit, konzentrierter, nachhaltiger und unabhängiger zu arbeiten.

Nach weiteren beruflichen Stationen führte mich dieser Weg schließlich in die Systemadministration. Seit rund vier Jahren arbeite ich in diesem Bereich und beschäftige mich mit dem Betrieb, der Weiterentwicklung und der Stabilität technischer Umgebungen. Ergänzend engagiere ich mich ehrenamtlich im Mitarbeitendennetzwerk für LGBTIQ*, wo ich im Kommunikationsteam eine Transformation hin zu agilen Arbeitsweisen begleite.

Freunde & Mitgliedschaften

Mein Engagement bewegt sich vor allem im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich. Ich unterstütze Einrichtungen und Initiativen, die sich mit Fotografie, Film, digitaler Kultur, Technikgeschichte und zivilgesellschaftlichen Themen beschäftigen. Ich verstehe mein Engagement als kontinuierlichen Beitrag zur Stabilität von Initiativen, die auf langfristige Unterstützung angewiesen sind.

Freunde

Orte und Projekte, die ich dir beim nächsten Besuch in Berlin sehr empfehlen kann.

Fördermitgliedschaften

Mein Engagement bündel ich in unterschiedlichen Feldern: Kultur- und Filmförderung, Museumsarbeit, digitale Grundrechte, historische Bildung sowie queere Initiativen in Berlin und Brandenburg. Unterstützt werden Organisationen, die sich für unabhängige Kultur, demokratische Werte und gesellschaftliche Teilhabe einsetzen. Die Fördermitgliedschaften sind bewusst langfristig angelegt und verstehen sich als kontinuierlicher Beitrag zur Stabilisierung und Weiterentwicklung dieser Strukturen.

Kurzfilmförderung

Kurzfilme verdichten Alltagssituationen auf einen begrenzten Zeitraum und schaffen fokussierte Erzählungen, die humorvoll, gesellschaftlich beobachtend oder leise kritisch sein können. Ihre reduzierte Form ermöglicht präzises Erzählen und lässt oft Raum für Reflexion über die letzte Szene hinaus.

Die hier vorgestellten Projekte wurden durch private Crowdfunding-Beiträge unterstützt. Der Fokus liegt auf unabhängigem Kino, queeren Filmen, Frauen im Film und Produktionen, die für künstlerische Freiheit, demokratische Werte und positive Repräsentation stehen – mit besonderer Aufmerksamkeit für Projekte, die in Europa oder in einem europäischen Kontext entwickelt wurden. Neue Projektideen und frühe Pitches sind willkommen.

The Snip (2023)

Smudged Smile (2021)

The Rev (2021)

Poles (2021)

#MenToo (2021)

Papá Oso (2021)